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Peter und Paulsbote

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Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Leinfelden und Heilig Kreuz Musberg
Nr. 3
September 2021
62. Jahrgang


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Interreligiöser Dialog

Die Zukunft der Welt und das Zusammenleben vor Ort hier in unserer Region und Stadt hängen in hohem Maß davon ab, wie wir zu einem fruchtbaren Dialog zwischen den Religionen fähig sind und ob wir mutige, respektvolle und selbstbewusste Schritte in diesem Sinne gehen. Uns Christen und Katholiken hat das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) dafür Wegweisendes ins Stammbuch geschrieben. In einer fast revolutionären Wende, weg von der Verurteilung und dem Kampf
gegen andere Religionen (und Konfessionen) ist ein befreiender, wertschätzender Blick eröffnet worden, der Brücken ermöglicht. Da heißt es in den Beschlüssen des Konzils etwa: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist.“ Es gibt also in den anderen Religionen Wahres und Heiliges, das es zu erkennen, achten und aufzugreifen gilt. „Gemäß
ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu
fördern, fasst die Kirche vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie
zur Gemeinschaft untereinander führt.“ Ausdrücklich gilt die Hochachtung der Kirche den Muslimen, die ebenso „den alleinigen Gott anbeten“. Und im Blick auf die Juden gedenkt sie „des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamm Abrahams geistlich verbunden ist.“ „Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“ – „Damit nun friedliche Beziehungen und Eintracht in der Menschheit entstehen und gefestigt werden, ist es erforderlich, dass überall auf Erden die Religionsfreiheit einen wirksamen Rechtsschutz genießt.“ Es ist aus dem inneren Wesen des Glaubens unerlässlich, dass gerade „in religiösen Dingen niemand gezwungen wird, gegen sein Gewissen zu handeln.“ Überhaupt gilt für jeden Menschen, gleich welcher Kultur oder Religion: „Das Gewissen ist die verborgenste Mitte und das Heiligtum im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist.“Aus solchen Gründen sind wir als Christen heute mehr denn je dem Dialog mit anderen Religionen verpflichtet. Die Dialogbereitschaft ist keineswegs blauäugig. Sie verweigert sich jedem fundamentalistischen, extremen, gar terroristischen Denken wo immer. Sie sucht und sammelt hüben und drüben die Menschen, die bereit sind zum partnerschaftlichen Dialog und zu sensibler Integration in unserer Gesellschaft. Dialog ist auch keine Gleichmacherei. Er lebt vom Bewusstsein der eigenen Position. Gerade aus den Unterschieden ist Dialog möglich. Für den Dialog muss man sich wohlwollend öffnen und über den eigenen Schatten springen. Eine gute Gelegenheit ist etwa der interreligiöse Stadtspaziergang am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit (und Erntedankfest).

Pfarrer Hans Stehle





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