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Peter und Paulsbote

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Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Leinfelden und Heilig Kreuz Musberg
Nr. 2
September 2020
61. Jahrgang


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Spurensuche in den Corona-Erfahrungen

Die erste Wahrnehmung war wohl allgemeiner Schock. Damit hat niemand gerechnet. Eine solche totale Bedrohung durch eine Epidemie – ja irgendwo in Afrika oder im fernen China. Aber doch nicht bei uns! Und dann waren doch alle betroffen, die ganze (eine!) Menschheit, eine unbekannte, lebensbedrohliche Pandemie. Ein Schock! Eine tiefe Kränkung für den modernen Menschen, die bei vielen in tiefe Angst umgeschlagen ist. Die dramatische Situation hat uns unsere Verwundbarkeit, Hinfälligkeit und Endlichkeit bewusst gemacht. Eigentlich Selbstverständlichkeiten, die aber verdrängt werden. Viele Gewissheiten, auf die wir in unserem Alltag gebaut haben, sind infrage gestellt. Wir haben gemerkt, dass wir wichtige Dinge vergessen und vernachlässigt haben. Es ist auch neu deutlich geworden, was wichtig ist. Als erstes die Solidarität. Eine nicht gekannte Welle von Solidarität ging durch die Menschheit - leider oft auch auf dem Hintergrund der Negativfolie des Gegenteils, also Entsolidarisierung, Nationalismus, Egoismus mit Schuldzuweisungen, Rassismus bis hin zu nicht für möglich gehaltenen Verschwörungsmythen. Aber auch Solidarität bis hin zur Aufopferung im medizinischen und pfl egerischen Bereich, Nachbarschaft, in der Sozialarbeit, in Kitas, Schulen, Behinderteneinrichtungen, Senioren- und Pfl egeheimen. Der Blick auf die „Systemrelevanz“ bestimmter Berufe hat sich verändert. Bestimmte Gruppen der Gesellschaft waren/sind besonders betroffen: „Risikogruppen“ für erhöhte Ansteckungsgefahr, Familien mit kleinen Kindern, Selbständige und viele Berufe mit bleibenden Existenzsorgen auf die Zukunft. Dies alles mit den Unwägbarkeiten wie es weitergeht mit der Pandemie. Die Solidarität der Gesamtgesellschaft für diese Gruppen ist weiterhin und noch mehr gefordert. Ebenso die Verantwortung jedes Einzelnen (Abstand, Atemmaske, Hygieneregeln ...). Nur so können wir Schritt für Schritt zu mehr Normalität (auf neuem Niveau) gelangen. Die Kirche bis hinein in unsere Gemeinden hat von Anfang an die richtigen, unerlässlichen Schutzregeln der Regierung sehr verantwortungsvoll in den eigenen Einrichtungen und Abläufen realisiert (Gottesdienste, Kitas, Gemeindehäuser, Büros). Das war für alle Beteiligten überaus anstrengend. Es war aber schon erschreckend, wie auch unser Gemeindeleben heruntergefahren werden musste. Natürlich gab es etliche kreative Anstrengungen, über ungewohnte Wege etwas an Gemeindeleben möglich zu machen (siehe den weiteren Artikel zu diesem Thema). Gab es stattdessen ein Aufbrechen von Kirche und Glaubensleben im familiären und persönlichen Bereich? Davon würde ich gerne noch mehr wahrnehmen und von Ihnen hören. Namhafte Theologen haben die Corona-Krise schon „als Zeichen Gottes und als einen Aufruf“ gedeutet. Die leeren Gebäude zeigten den Kirchen „symbolisch ihre verborgene Leere und eine mögliche Zukunft auf“. Man sollte nicht gleich dramatisieren, aber auch nicht gleich alles theologisch-spirituell schön färben und schon wieder besser wissen, was die ganzen Erfahrungen für die Zukunft, für die Kirche der Zukunft bedeuten. Ich möchte deshalb vor einer Auswertung zuerst auf Sie in der Gemeinde hören: Zu welchen vielleicht bleibenden Erfahrungen hat Ihre Spurensuche in der Corona-Krise geführt? Welche Werte werden nun ganz neue Bedeutung bekommen (müssen)? Gibt es biblische Motive, Gebete, Lieder, Handlungen und Haltungen, die Ihnen für ein menschliches Leben nun zentral geworden sind? Schreiben Sie mir, dann kann ich hier manches zusammengefasst Allen zur Verfügung stellen.
Pfarrer Hans Stehle




Liebe Gemeindemitglieder,
als gewählte Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats (KGR) möchte ich mich gerne vorstellen. Geboren und aufgewachsen im Badischen zog es mich nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin in die Ferne: zuerst ins Pestalozzi-Kinderdorf in Wahlwies (Bodensee), dann nach Stuttgart und schließlich über Berlin in die Südtürkei, wo ich nach einer Reiseleiterausbildung deutsche Gäste betreute. 1990 gründete ich mit einer Freundin ein Reisebüro im Stuttgarter Westen und hier lernte ich bei einer Reisebuchung meinen Ehemann kennen. Wir haben drei Kinder – eine Tochter und zwei Söhne. Knapp 23 Jahre war ich in der Tourismusbranche, doch ausgefüllt hat mich zuletzt diese Tätigkeit nicht mehr und die Selbständigkeit mit Familie zu vereinbaren, hat viel Kraft gekostet. So wagte ich mit Anfang 50 einen Neustart und bin seitdem im Bischöflichen Ordinariat in der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft für das Sekretariat des Fachbereiches Umwelt und für die Geschäftsstelle der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi zuständig. So bin ich nun auch beruflich mit sozialen sowie friedens- und umweltpolitischen Themen und Glaubensfragen konfrontiert, die mich von Jugend an beschäftigten.Inzwischen ist für mich die Enzyklika „Laudato sí“ von Papst Franziskus eine weitere wichtige Quelle der Inspiration geworden, zeigt sie uns doch auf, wie ein Leben für alle in Frieden und Gerechtigkeit gelingen kann. Hieraus entstand auch die Plakataktion „Gutes Leben“. Es dauerte einige Zeit, bis ich hier in der Gemeinde angekommen bin. Wie so oft im Leben schickt uns Gott einen Türöffner: in meinem Fall waren das Birgit Augustin, von der ich die Leitung fürs jährliche Palmstraußbinden mit den Kindern übernahm und natürlich unsere Agnes Berger, über die ich in das neue Konzept der Weggottesdienste bei der Erstkommunionvorbereitung einstieg. Hinzu kamen die Mitarbeit im Familiengottesdienstteam und dem Ausschuss Weltkirche. Seit 2012 bin ich in der Organisierten Nachbarschaftshilfe tätig. Hier ist es in den letzten Jahren gelungen, einen wertvollen Beitrag bei der Seniorenbetreuung in unserer Stadt zu leisten und es freut mich besonders, dass wir hier einen sehr guten Ruf über Kirchengrenzen hinaus genießen. Das ist Kirche an vielen Orten! Bei all diesen Tätigkeiten durfte ich viele tolle Menschen kennenlernen und neue Freundschaften entstanden. Ich genieße es, in einer bunten und vielseitigen Gemeinde leben zu dürfen und danke Gott, dass ich hier eine neue Heimat gefunden habe. So wünsche ich mir, dass sich jede/r in unserer Gemeinde willkommen fühlt. Am 16. Juni konnte die konstituierende Sitzung des Kirchengemeinderats stattfinden. Ihm gehören vier Frauen und sechs Männer an: Sabine Seebacher (2. Vorsitzende), Petra Bernnat, Dr. Barbara Engler, Britta Stotz sowie Tobias Hagg (stellvertretender 2. Vorsitzender), Dr. Kai Augustin, Thomas Feldhege, Daniel Hagg, Mariano Marcigliano und Harald Veser. Mitgliederdes Verwaltungsausschusses sind: Pfarrer Hans Stehle, Gesamtkirchenpfleger Hans-Jürgen Jung, Sabine Seebacher, Thomas Feldhege, Tobias Hagg, Daniel Hagg, Britta Stotz und Petra Bernnat (Stellvertreterin). Als Schriftführer wurden Dr. Kai Augustin, Dr. Barbara Engler undHarald Veser bestätigt. Die Vertretung im Dekanatsrat wird Thomas Feldhege mit Dr. Kai Augustinals Stellvertreter übernehmen. Die weiteren Ausschüsse werden in den kommenden Herbstsitzungen besetzt. Auch die konstituierende Sitzung zum Gesamtkirchengemeinderat konnte am 15. Juli stattfinden (hierzu mehr in der nächsten Ausgabe). Nachdem die vergangene Wahlperiode durch den diözesanen Dialogprozess „Kirche am Ort– Kirche an vielen Orten“ und der daraus resultierenden Gründung der Gesamtkirchengemeinde Leinfelden-Echterdingen geprägt war, wird es nunmehr in den nächsten Jahren darum gehen, als Gemeinden weiter zusammenzuwachsen und Visionen für ein lebendiges und zukunftsfähiges Gemeindeleben weiter zu entwickeln. Durch die Corona-Krise entstanden bereits neue Formen von Gemeindeleben wie z.B. die Telefonandachten und Impulse im Internet. Jede Krise bietet auch neue Chancen – jetzt ist die Zeit, sich nicht nur im KGR darüber Gedanken zu machen, wie wir unser Leben, das Leben in unserer Gemeinde und darüber hinaus gestalten möchten, so dass allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht wird. Dabei muss auch generationenübergreifend gedacht und gehandelt werden. Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz, soziales Miteinander und interreligiöser Dialog sowie Spiritualität werden in der künftigen Arbeit des KGR eine wichtige Rolle spielen. Im Namen der neu gewählten Kirchengemeinderatsmitglieder danke ich Ihnen allen herzlich für das uns entgegengebrachte Vertrauen und lade Sie ein, mit Ihren Anregungen, Fragen oder Wünschen auf uns zuzukommen. Gehen wir gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft an – lassen wir uns von Gottes Geist leiten und mutig neue Ideen entwickeln ohne Bewährtes aufzugeben.
Sabine Seebacher


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